Rinteln

Rintelner Kneipenfestival heizt dem Winter ein
Die Prominenz der Rintelner Kneipennacht: Ex-Trio-Drummer Peter Behrens machte im Cho’s Laune mit „Da da da“.
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Rinteln (pk/mld). Rinteln im Ausnahmezustand: die Kneipen gerappelt voll, zwölf Live-Bands in zwölf verschiedenen Lokalen und all das zu einem erschwinglichen Preis. Nach der erfolgreichen Premiere im letzten Jahr hat das Kneipenfestival „Rinteln live!“ auch in diesem Jahr einmal mehr so richtig Schwung ins Rintelner Nachtleben gebracht.

Entsprechend wurde Samstagnacht der „puren Lust am Leben“ gefrönt, so etwa im Altstadtkeller, wo die Gäste lauthals in Geier Sturzflugs Refrain oder Olaf Hennings „Cowboy und Indianer“ einstimmten, gespielt vom Sweet Beats Duo. Und wenn die Besucher vom Bierhaus 100 nicht im Takt zu den klassischen Rock-Interpretationen von Rockclassic wippten, dann wogen sie sich gediegen zu Soul-Klassikern wie „Stand by Me“ von Ben E. King.

Die Lokalmatadoren von „Rio...die Band“ sorgten für Stimmung im Stadtgarten: Rex Gildos „Fiesta Mexicana“, Jürgen Drews „Bett im Kornfeld“ und „Bier und ’nen Apfelkorn“ von den Alpenrammlern heizten hier den tanzlustigen Gästen ordentlich ein – mit einem kleinen Haken. Bier und Apfelkorn ließen hier und da dann nämlich doch etwas auf sich warten: Die Bedienung kam den zahlreichen Bestellungen kaum noch hinterher.

Im proppenvollen Mosquito bildeten indes die Rocktools mit ihren „Top of the Pops“ den musikalischen Hintergrund für das weitestgehend traute Beisammensein oder aber auch für die eine oder andere neue Bekanntschaft. Nicht zuletzt Stings „I’ll be Watching You“ stellte hier den passenden Soundtrack.

Wiedersehensfreude gab es im Cho’s, wo Marion und Stefan Buhse aus Braunschweig ihr Wiedersehen mit einer Rintelner Freundin feierten und spätestens bei „Da da da“ von Ex-Trio-Drummer Peter Behrens in Erinnerungen schwelgten.

„Wir finden es jedenfalls toll, dass es so was auch in einer so kleinen Stadt wie Rinteln gibt“, bewertete der Braunschweiger die Kneipennacht positiv.

Erst weit nach ein Uhr packten Alec, der im Cho’s vor allem für die rockigen Einlagen, wie zum Beispiel von Bryan Adams („Summer of 69“) oder den Eagles („Hotel California“), verantwortlich zeichnete und Peter Behrens ihre Musikkoffer, um noch in derselben Nacht die Rückreise nach Wilhelmshaven anzutreten, während das Publikum sich an den voll besetzten Tischen nunmehr selbst unterhielt.

Im Cho’s traf unsere Zeitung auch auf Veranstalter Adam Ruta von Gastro-Event, der sich in einer kurzen Zwischenbilanz äußerst zufrieden zeigte: „Ich denke, es ist eine tolle Party und offensichtlich haben die Gäste Spaß.“ Genaueres könne er selbstverständlich erst später sagen.

Früh begann die Stimmung schon in den Doktorsee-Terrassen, wo die „Rockkantine“ schon ab ihrem zweiten Titel proklamierte: „I feel good!“ und damit für viele Gäste das Motto des Abends lieferte – in diesem Fall in rockiger Form. Äußerst schwungvoll ging es auch in der Bodega zu, wo das Großensemble von „El Corazon“ das Publikum mit Hits wie „Don’t you forget about me“ oder „Highway to hell“ bis spät in die Nacht zum Tanzen – oder zumindest zum lässigen Mitwippen an der Bar – brachte. In Elfie’ Bistro lieferte das Gladbecker Duo Carl und Michael alias „The Glad Backers“ den Klang für einen gelungenen Abend in der Unplugged-Version.

Im Ca’Va am Kirchplatz spielten The Old Eagles jede Menge Countrymusik und in der Marktwirtschaft gegenüber wartete Karl „Carlos“ Stramer an diesem Abend als Ein-Mann-Band (sein Partner seiner Combo Champagne war kurzfristig ausgefallen) mit Oldies und bewährten Evergreens auf – zur Freude seines (Stamm-)Publikums.

In der Trenn-Bar präsentierte sich das akustische Plug & Play-Duo als stimmgewaltige Ostfriesen und legten mit ihrer Song-Auswahl ein breites musikalisches Spektrum an den Tag: von Lynyrd Skynyrd’s „Sweet Home Alabama“ über Fats Dominos „I‘m Walking“ und „What’s up“ von den Four Non Blondes bis hin zu „I Will Survive“ von Gloria Gaynor.

Die Tanzschule Dance 1, die im letzten Jahr noch nicht an „Rinteln live!“ teilgenommen hatte, bot ihren Gästen im Obergeschoss kostenlose Disco-Fox-Schnupperkurse und im Erdgeschoss „Gelegenheit zu der Musik von Fun Factor zu feiern“, wie Inhaber Michael Ferber sagte, der „sehr zufrieden“ mit der Resonanz auf sein Angebot war.

Der Tenor der Besucher, die sich an der Lebendigkeit dieses Abends freute, lautete: So was sollte es in Rinteln viel öfter geben! Vielleicht sogar im Sommer, weil sich das Leben dann auch noch etwas mehr auf die Straßen verlagern würde. Was überdies natürlich auch das Problem manch überfüllter Kneipe beheben würde – auch wenn dieses Mal offenbar nicht ganz so viele Besucher den Weg auf Rintelns Kneipenfestival fanden wie noch im letzten Jahr.

In unserer Bildergalerie im Internet finden Sie zahlreiche Schnappschüsse von „Rinteln live!“. Gehen Sie unter www.schaumburger-zeitung.de auf „Lokales“ und dann auf „Bildergalerien“.
Artikel vom 07.02.2010 - 23.00 Uhr

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