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Denn Kunst wäscht den Staub von der Seele

Mit langem Atem: Nach dreieinhalb Jahren Vorlaufzeit stellt Thomas Perl seine figurative Kunst fertig
Die Spitze des Werkes.
Die Spitze des Werkes.
Wer die Wahl hat, der stellt sich bei Thomas Perl immer ein Unikat zusammen.
Wer die Wahl hat, der stellt sich bei Thomas Perl immer ein Unikat zusammen.
Harte Kanten finden sich auch in den Gemälden.
Harte Kanten finden sich auch in den Gemälden.

Hattendorf (rnk). Gut 40 Monate hat es gedauert, vom ersten skizzenhaften Entwurf bis zum fertigen Werk – „Kunst benötigt zuweilen einen langen Atem“, sagt Thomas Perl. Aber das Ergebnis lohnt die Zeit: In vier Größen kann der Hattendorfer Künstler jetzt Stelen vorweisen, die er als absolut eigenständige Weiterführung seiner Arbeit ansehen kann.

Konfigurative Kunst nennt Perl das, was auf dem Automarkt längst üblich ist: das eigene Zusammenstellen einer Skulptur. 18 austauschbare Einzelteile, 200 selbst wählbare Farbnuancen, diverse unterschiedliche Seitenteile, das ergibt millionen Möglichkeiten: Jedes Teil wird zu einem Unikat. Und das ist auch gut so, denn so wird es für den Kunstfreund günstiger: Für Unikate muss der Künstler in Deutschland sieben Prozent Umsatzsteuer zahlen, ansonsten sind 19 Prozent fällig. Kosten, die in aller Regel an den Käufer weitergegeben werden. „Was den Preis um 20 Prozent verteuert, bedeutet aus der Sicht des Künstlers 20-mal schlechtere Chancen, sein Werk verkaufen zu können.“

Es bedarf eines langen Atems, denn natürlich ist es auch ein Wagnis: Wird der Kunstmarkt es anerkennen und der Sammler es kaufen? Immerhin eine gute fünfstellige Summe muss Perl in die Hand nehmen, ehe seine Stahlvisionen umgesetzt sind – als Künstler investiert man meist in eine ungewisse Zukunft.

Aber er hat Erfahrung auf dem Markt. Und so kann man sich wunderbar mit dem 1962 in Köln geborenen Künstler über den Markt unterhalten, über finanzielle Gratwanderungen, die ein Künstler zu bestehen hat, oder darüber, ob es nicht doch besser gewesen wäre, dem Ruf einer Universität zu folgen – und zumindest finanziell abgesichert zu sein. Perl weiß, wovon er spricht: 1990 erhielt er einen Lehrauftrag an der Fachhochschule Münster im Fach „Bildhauerei“ sowie „Material und Herstellungstechnik“, 2000 und 2001 folgte ein Lehrauftrag an der Uni Paderborn im Fach „Zeichnerische Darstellung“.

Aber er hat sich bewusst für die Selbstständigkeit entschieden, und das ist in diesen Zeiten ein hartes Brot. Dabei, so Perl, sei ein Kunstwerk etwas, was einen großen Vorteil biete: Es begleite den Menschen sein Leben lang, während viele Konsumgegenstände reine Verschleißteile seien. Kunst habe aber noch einen ganz anderen Effekt: Sie wäscht den Staub von der Seele, verwiest er auf einen Ausspruch Picassos.

Die vier unterschiedlich großen Stelen sind dem Hattendorfer Mast auf dem Feuerwehrhaus nachempfunden, Perl wohnt ja direkt um die Ecke. Und sie funktionieren in den beiden letzten Ausgaben über eine variable Zugspannung: Zwischen die Teile wird ein Draht gesetzt, und je nach Spannung ändert er den Ton, den er von sich gibt, wenn er angeschlagen wird. Auch das ist Perl wichtig, das die Kunst über das Zweidimensionale hinausgeht, das sie noch einen anderen Sinn anspricht, nicht nur die Augen, sondern eben auch das Ohr. Hier liegt auch der tiefere Sinn verborgen, warum Perl erst einmal in finanzielle Vorleistung geht, wenn es um die Umsetzung seiner Kunst gehrt: „Wenn man nichts zeigen kann, dann kann man auch nicht inspirieren.“

Denn der Künstler ist auch ein Dienstleister. Keiner weiß das besser als Perl, der auch schon für eine Arztpraxis das Vorzimmer entworfen und umgesetzt hat. Natürlich, sagt er, kommt er mit Bildern und Skulpturen auch ins Haus, meistens ist es ja nicht verkehrt, sich etwas vor Ort zusammenzustellen. 480 bis 4500 Euro kosten die Stelen und Gemälde, je nach Größe.

Und wenn man mit dem heutigen Hattendorfer durch das großzügige Atelier schlendert und einen Blick auf die Arbeiten wirft, die im gerade abgelaufenen Jahr entstanden sind, dann sieht man auch, das die Stelen in den Bildern ihren Platz haben: Harte Kanten, zarte Kanten, viereckige Löcher, intensive Farben und klare Formen ergeben eine abstrakte Bilderwelt, die Bewegung und Dynamik ausstrahlt.

Kontakt: Telefon (0 57 52) 92 98 40, per E-Mail: info@thomas-perl.de und im Netz unter: www.thomas-perl.de.

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