Rinteln
Perfekte Mischung aus Disco und Fightclub Möllenbeck/Rinteln (who). Wenn sich gestandene Feuerwehrmänner auch durch Schnee und Eisglätte nicht abhalten lassen, mehrere hundert Kilometer zu fahren, um dabei sein zu können, dann könnte der Möllenbecker Kuppel-Contest der Grund sein. So wie am Samstag, als 64 Fünfer-Teams aus ganz Deutschland zum zweiten Mal zum Leistungsvergleich im Rintelner Brückentorsaal aufeinandergetroffen sind.

„Wir sind ein Team“: Matthias Hochheim (v.l.), Thomas Krause, Thorsten Seilfried, Jan Erb und Thorsten Vekens vor dem zweiten Durchgang im Kuppel-Contest. Am Ende des Tages gehen die Hessen mit dem Vizemeistertitel nach Hause. Foto: who
Die Armada von roten Fahrzeugen auf dem Parkplatz am Steinanger-Sportplatz zeigt unübersehbar an: „Hier läuft was mit Feuerwehr.“ Und der Eindruck verfestigt sich, je näher man dem Brückentorsaal kommt. Draußen vor den Türen tanken Trupps von „Fire-Fightern“ noch schnell ein paar Liter Frischluft, ehe es in die Arena im Saal zur Spezialdisziplin der Brandschützer geht. Dabei geht es darum, in kürzester Zeit vier Saugrohre zu einer Leitung zu verkuppeln, mit einer Tragkraftspritze zu verbinden und per Druck auf einen großen Signalknopf ein „Fertig“ zu melden.
Eigentlich ließe sich das Spektakel ohne großen Aufwand abziehen. Die Möllenbecker Feuerwehr wäre aber nicht das, was sie ist, wenn’s nicht immer noch was zu toppen oder zu perfektionieren gäbe. Als da wären: Eine Hightech-Anzeige mit drei Beamern und Großprojektionen der aktuellen Wertung, Lightshow und Gruppenführer Markus Dinter als Kommentator auf der Bühne.
„Man kann sagen, dass das hier der beste und größte Kuppel-Contest von ganz Deutschland ist“, lobt Jan Erb von der Feuerwehr Nieder-Bessing aus Lich im Landkreis Gießen. Und das war Grund genug für die Hessen, mit zwei Fünfer-Teams die 350 Kilometer lange Anfahrt auf sich zu nehmen und dafür ein ganzes Wochenende zu opfern. Dass sie am Abend als Vizemeister auf der Bühne stehen würden, daran haben sie am Nachmittag überhaupt nicht gedacht.
Viel Zeit zum Reden haben Jan Erb und seine Teamkameraden gerade nicht: Sie sind gleich mit ihrem zweiten Durchgang dran und machen eben noch ein paar Lockerungsübungen mit Dehnen und Strecken, dann werden sie aufgerufen und tauchen in die Dämmerung des Saals mit seiner feuchtigkeitsgesättigten Luft ab. Kein Wunder, dass hier drin Kameralinsen und Brillengläser zunächst einmal beschlagen – die fünf hessischen Kämpen nehmen’s gelassen. Dass sie bei diesem Durchgang ausgerechnet neben dem Vorjahresgewinner Asendorf B in der Arena stehen, lässt sie kalt. Später am Tisch der Gruppe neben der Kampfbahn verrät Jan Erb, der in Rinteln die Maschinistenrolle übernommen hat: „Hessen ist besonders stark bei den CTIF-Wettbewerben, und wir liegen zurzeit auf dem fünften Rang im Land.“ Dass es just zuvor beim zweiten Durchgang nicht so gut geklappt hat wie gewünscht, ist anscheinend nicht so schlimm. „Wir haben einige Fehler gemacht, aber in der nächsten Runde können wir das wieder rausholen“, ist er sich sicher.
Zunächst einmal heißt es für die hessischen Fünf warten, bis sie wieder dran sind und das kann noch über eine Stunde dauern. „Bis dahin werden wir den Gruppengedanken pflegen“, erklärt Jan Erb offenbar völlig entspannt. Während sich in der Arena die Teams miteinander abwechseln, ist wieder Gelegenheit zum Gespräch – vorausgesetzt, es klappt mit der akustischen Verständigung. Jan Erb und seine vier Mitstreiter sind erst seit zwei Jahren im Kuppel-Wettkampf-Geschäft, dafür aber schon recht erfolgreich. Wie sie nach Rinteln gekommen sind? Durch Andreas Schlicht, den Event-Manager der Möllenbecker Feuerwehr. „Er hat uns angeworben, und kennengelernt haben wir uns irgendwo bei einem Wettkampf“, berichtet Jan Erb. Die beiden Gruppen aus Nieder-Bessing sind am Wettkampfwochenende in Rinteln dazu noch top untergebracht, ganz in der Nähe der Hausbahn der Möllenbecker Gastgeber. „Im Sportheim vom SC Schwalbe“, erklärt Erb. Da könne man vor der Heimreise erstmal ausschlafen… „Und im nächsten Jahr sind wir auf jeden Fall wieder dabei!“
Am Ende haben die Hessen mit einer Sekunde Unterschied den zweiten Platz im CTIF eingefahren – auf Platz 1 schaffte es wie im Vorjahr wieder Asendorf B, auf Platz 3 Klecken. Beim Schnellangriff schaffte es mit Exten ein heimisches Team auf Platz 2, Platz 1 belegte das Team Woltersdorf 1, Platz 3 das Team Holte Langeln 1.
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Schnelligkeit, Präzision und Action: 64 Fünfer-Teams haben sich am Samstag im Brückentorsaal beim Kuppel-Contest gemessen – auf Einladung der Möllenbecker Feuerwehr. Foto: tol