Rinteln
Fußball für 9,99 Euro – Sky vergisst zu kündigen Rinteln (wm). Aus Premiere wurde im April vorigen Jahres Sky und alle Abonnenten des Pay-TV-Senders, die weiter Fußball, besonders die Champions League schauen wollten, erhielten ein Schreiben des Senders oder einen Anruf eines Telefonwerbers, sie müssten einen neuen Vertrag abschließen – der selbstverständlich teurer war, weil es das Sportpaket in dieser Form nicht mehr gab: Statt monatlich 9,90 Euro künftig 32,90 Euro.
Heinrich Sasse ist nicht nur Fußballfan, Trainer und Schiedsrichter mit DFB-Lizenz, sondern auch Rechtsanwalt – und da schaut man schon mal genauer hin, wenn einem so ein Schreiben ins Haus flattert.
Sasse fiel auf, dass der Sender kein Kündigungsschreiben im eigentlichen Sinn geschickt hatte und da auch er nicht die Absicht hatte, den Zweijahresvertrag zu kündigen, erklärte er einem Sky-Vertreter am Telefon, er sei mit der bisherigen Regelung bestens zufrieden. Sky reagierte postwendend mit der Drohung, Sasse die Smartcard zu deaktivieren, mit der man den Pay-TV-Kanal empfangen kann und schrieb „die vertragliche Mindestlaufzeit endet im Dezember 2009“.
Die meisten ehemaligen Premiere-Abonnenten hätten sich sicher davon einschüchtern lassen. Nicht so Sasse, der mit einer einstweiligen Verfügung antwortete.
Der Sender ging auf Schmusekurs: „Die Tür in die neue Welt des Entertainments steht Ihnen weit offen.“
Doch Sasse wollte keine neue Welt, sondern einfach nur weiter Fußball sehen und verklagte den Sender vor dem Amtsgericht München, ihm von Januar bis Dezember weiterhin die Fernsehprogramme zum Preis von 9,99 Euro zur Verfügung zu stellen. Weder habe er eine Kündigung des Senders erhalten – per Einschreiben und Rückschein, wie das unter Vertragspartnern üblich ist, noch habe er selbst gekündigt. Außerdem sei Sky keineswegs ein neues Unternehmen, sondern Premiere würde praktisch unter neuem Namen weitergeführt. Zu einer Verhandlung vor dem Amtsgericht in München kam es nicht, denn einem Sky-Juristen muss wohl aufgefallen sein, dass da was schief gelaufen sein könnte. Der griff persönlich zum Telefon und bot einen Vergleich an. So kann Sasse weiter die Champions League und die anderen Spiele sehen – bis zum Jahresende, wie es der alte Vertrag vorsieht – zum alten Preis von 9,99 Euro.
„Hören Sie den Herzschlag des Spiels“, damit wirbt Sky für die Übertragung der Fußballspiele.
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