Rinteln
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„Partykuh Berta“ wird zum Bauernmarkt-Hit

Duftender Räucherfisch, herzhafte Straußenmettwurst – und ganz viel Sonne und ganz viel Regen

Rinteln (cok). Einen kleinen Vorteil hatte das verrückte Aprilwetter am gestrigen Bauernmarkt- und FelgenfestSonntag: Ohne die ständigen Regenschauer wären sicher noch mehr Radfahrer Gäste des ausgesprochen reizvollen Marktes gewesen und man hätte sich dann gar nicht mehr zwischen den vielen bunten Ständen hindurchbewegen können. Sonne, Regen, Regen, Sonne – diese Wechselbäder konnten ein Markttreiben voller guter Laune nicht verhindern.

„Immerhin – das ist gutes Pflanzwetter!“, meinte Staudengärtner Burkhard Graßhoff, der seine Staudenschätzchen malerisch vor der Nikolaikirche aufgebaut hatte und sich, ebenso wie die anderen Staudengärtner des Marktes, über großes Interesse an der Pflanzenvielfalt freuen konnte. Auch Andreas Böttcher-Künne vom „Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt“ aus Hameln hatte mehr als genug Gelegenheit, seine Ware anzupreisen, alte Tomatensorten, an deren Zweigen vielfarbige, wohlschmeckende Früchte wachsen, sortenrein und mit Samen, die man selber wieder aussäen kann.

Wo man sich auch umsah, überall drängten sich Menschen und erforschten neugierig all die unterschiedlichen Angebote, darunter die Tortenkunststücke der Ackerbürger ebenso wie originelle Töpferwaren, Köstlichkeiten vom Galloway-Rind, duftenden Räucherfisch aus Melle, dazu liebevoll gefertigte Dinkelkissen, Honig mit Sanddorn, Zimt oder Ingwer aus der Schaumburger Waldimkerei von Anna und Max Giehl und die hervorragenden Bio-Kernöle der Ölpresse Solling.

Sogar dunkle Straußen-Mettwurst konnte man probieren am Stand von Maria Daniel und dabei feststellen, dass das magere Fleisch fast so wie zartes Rindfleisch schmeckt. Wer es wagte, der trank bei ihr einen Schluck Straußen-Eierlikör aus dem Waffelbecher. „Ich komme sicher bald wieder nach Rinteln“, sagte die Züchterin aus Delbrück. „Der Markt ist genau so schön, wie man es mir erzählt hatte.“ Ungewöhnlich waren auch die winzigen, fein verzierten Lederschuhe, die Inger Laufmann aus Hessisch Oldendorf an ihrem Stand „Kinderdinge“ ausgebreitet hatte.

Der Bauernmarkt besitzt von jeher den Charakter eines Familienmarktes und so wimmelten unzählige Kinder herum, die sich vor allem von den vielen Tieren angezogen fühlten, den Schafen, Rindern und den Kaninchen des Kaninchenzüchtervereines Schaumburg. So mancher „Dalmatiner Rexe“, „Zwergwidder“ oder „Blauer Wiener“ wechselte den Besitzer und kam dabei oft in die Hände von kleinen Mädchen, die die schönen Tiere stolz im Pappkarton mit nach Hause nahmen. „Bei uns darf jeder die Kaninchen streicheln“, so der Vereinsvorsitzende Arnold von Eulenburg. „Manche Eltern deponieren hier ihre Kinder und wissen ganz bestimmt, dass die sich nicht langweilen.“

Auch der Rintelner Reit- und Fahrverein war mit Ponys und einer Reitbahn präsent, umlagert von Kindern, die für einen Euro vier Runden auf dem Pferderücken sitzen durften, während sich Erwachsene über die Möglichkeiten von Tagesausflügen zu Pferd durch das Schaumburger Land erkundigten. Der Nabu warb für den Schutz von Kormoranen, selbstbewusste Kids erprobten sich an der rauchenden Schmiede der Ackerbürger und zauberten – das war wirklich lustig – aus der künstlichen „Party-Kuh“ der Brüder Kapust echte Milch aus dem zu melkenden Euter hervor.

Und was die Regenschauer betrifft – sie sorgten dafür, dass sich die Menschen unter den Schirmen der Stände schutzsuchend zusammendrängten, plaudernd ihre Erfahrungen austauschten und unverdrossen neuen Mutes weiterzogen, sobald die Sonne sich wieder blicken ließ. Für einen so abwechslungsreichen Markt kann es wohl gar kein wirklich schlechtes Wetter geben.

Bildergalerie:

Mehr Fotos – www.schaumburger-zeitung.de.

Kühe melken? Kinderspiel! Mit der „Partykuh Berta“ der Brüder Kapust aus Hessisch Oldendorf übt sich auch die dreijährige Anna Lena aus Barntrup als Milchmädchen – mit Erfolg! Fotos: tol/cok

Mit einem üppigen Torten- und Kuchenbuffet verwöhnen die Rintelner Ackerbürger die Bauernmarkt-Gäste auf dem Kirchplatz.

Die Skudden lassen sich gerne streicheln – besonders unter dem Kinn, wie Klaus Steinheider als Leiter des Nabu Lippe verrät.

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