Stadthagen

Snoek widerspricht Gerücht über Ratio-Verkauf
Münster/Stadthagen (aw). „Es gibt definitiv keine Abreden mit Dritten, die die Änderung der Eigentumsverhältnisse der Gesellschaft betreffen. Dies bedeutet, dass die Geschäfte weiterhin von der Familie Snoek unverändert fortgeführt werden.“
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Ratio wird nicht verkauft – vorerst. Die Gerüchte aber bleiben. Foto: rg
Mit dieser eindeutigen Stellungnahme an die bundesweit rund 2 600 Ratio-Mitarbeiter ist Ratio-Chef Hendrik Snoek Spekulationen entgegengetreten, er wolle sich von seinen 14 SB-Warenhäusern und den acht Cash-&-Carry-Großmärkten trennen. Das hat die „Lebensmittel Zeitung“ heute vor einer Woche unter Berufung auf Branchenkreise berichtet. Das Blatt meldete, Snoek sehe aufgrund der schwierigen Lage der Branche, die unter einem harten Verdrängungswettbewerb leide, „nun offenbar die Grenze der finanziellen Belastbarkeit erreicht“.

Mit Snoeks Stellungsnahme sind die Spekulationen um einen möglichen Verkauf aber offenbar noch nicht vom Tisch. Den „Westfälischen Nachrichten“ sagte der UNternehmer auf Nachfrage: „Keiner weiß, was in zehn Jahren ist.“ Der Handel sei ein schnelllebiges Geschäft.

Aus dem engeren Umfeld des Ratio-Chefs in Münster berichtet das Blatt, Snoek habe schon früher über einen Verkauf der Warenhäuser und Großmärkte nachgedacht. Nur die Grundstücke wolle er behalten. Ihn selbst ziehe es nach Südfrankreich, wo er unbehelligt und in Ruhe leben könne, berichtet das Blatt weiter.

Einem Bericht der „Lippischen Landeszeitung“ zufolge gab es mit der Metro AG auch schon einen Interessenten für die Ratio-Märkte. Dort habe man sich allerdings nur für einen Teil der Ratio-Gruppe interessiert und wollte auch nicht den von Snoek gewünschten Kaufpreis zahlen, berichtet das Blatt. Die „Lebensmittel Zeitung“ mutmaßte, es könne schwierig werden, einen Verkäufer für das komplette Unternehmen zu finden.

Offiziell weist Snoek jede Verkaufsabsicht weit von sich. „Wir haben hier so viel angepackt“, sagte er den „Westfälischen Nachrichten“. Der frühere Weltklasse-Springreiter hatte 2005 die Mehrheit an dem Unternehmen seines verstorbenen Vaters übernommen und in die Modernisierung und Erweiterung von Ratio investiert. Sein Engagement und sein Herzblut hingen an dem Unternehmen, zitiert das Blatt den Ratio-Chef. Er habe auch Gerüchten widersprochen, dass seine Kinder kein Interesse an der Nachfolge im Unternehmen hätten. Sein Sohn Tim solle in das Unternehmen eintreten, so Snoek

Im Einkaufszentrum Stadthagen war man von der Nachricht über einen möglichen Verkauf überrascht. „Das kann ich mir nicht vorstellen. Ich weiß nichts davon“, sagte Niederlassungsleiter Reinhardt Pigorsch. Der Bericht der „Lebensmittel Zeitung“ sei für alle überraschend gekommen. „Ich weiß nicht, wie diese Meldung zustande kommt.“
Artikel vom 23.07.2010 - 00.00 Uhr

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