Stadthagen
Passt der Nachbar auf, bleibt der Dieb fort Stadthagen (ssr). In geradezu „sensationellem Maßstab“ hat im Laufe des vergangenen Jahrzehnts nach Polizeiangaben die Zahl der Einbrüche in und um Stadthagen abgenommen. Waren in den neunziger Jahren nach Auskunft von Axel Bergmann, dem Pressesprecher des örtlichen Polizeikommissariats, Einbruchsdelikte hier „im richtig hohen dreistelligen Bereich pro Jahr “ üblich, sind es im Jahr 2009 nur noch 60 gewesen. Von April bis Juli dieses Jahres wurden sogar nur elf Einbrüche registriert.

Wachsame Nachbarn, wie durch dieses Schild dokumentiert, können nach Erkenntnissen der Polizei auf Einbrecher durchaus abschreckend wirken. Foto: rg
Hauptgrund der rasanten Abnahme war laut Bergmann der erfolgreiche überregionale Einsatz der Polizei gegen professionelle Einbrecherbanden aus Osteuropa. Diese hatten nach Öffnung der Grenzen in Folge der politischen Wende vor allem entlang der Autobahn A 2 ihr straff organisiertes Unwesen getrieben. Zu Anfang dieses Jahrhunderts seien die hier tätig gewesenen Serieneinbrecher dann aber zu großen Teilen gefasst und zu langen Haftstrafen verurteilt worden.
In den Jahren danach hat nach den Worten des Experten in der Region Stadthagen bei Einbrüchen vor allem die Beschaffungskriminalität von Drogenabhängigen eine Rolle gespielt. Diese „eher amateurhaft vorgehenden Täter“ seien polizeilich aber immer besser in Griff genommen worden. Der vorerst letzte „Halbprofi“ dieses Einbrecher-Typs hier in der Region ist nach Angaben Bergmanns im vergangenen Jahr festgesetzt worden.
Diese und weitere Faktoren haben dazu geführt, dass seit April im Bereich des Stadthäger Kommissariats monatlich nur drei Einbrüche verzeichnet werden. „Natürlich ist das eine sehr erfreuliche Entwicklung“, kommentiert Bergmann. Die Menschen hier könnten sich zu Recht „objektiv und subjektiv in hohem Maße sicher fühlen“. Allerdings warnt Bergmann davor, „sich in trügerischer Ruhe einzurichten“. Denn es gebe „keine Garantie, dass die Situation bleibt, wie sie derzeit ist“. Daher müsse weiterhin mit unvermindertem Nachdruck für vorbeugende Maßnahmen geworben werden. Dass diese von Haus- und Wohnungseigentümern zunehmend beachtet würden, habe sicher auch zur abnehmenden Zahl der Delikte beigetragen, ergänzte Bergmann, der auch Präventionsbeauftragter des Kommissariats ist.
Urlaubsphasen und die dunkle Jahreszeit seien potenziell die Zeiten, in denen die Gefahr von Einbrüchen prinzipiell am höchsten ist. Daher gelte es unter anderem, auf folgende Dinge zu achten: Keine überquellenden Briefkästen, kein lange ungemähter Rasen, keine heruntergelassenen Rollläden, abends möglichst für Beleuchtung durch Zeitschaltuhren und Bewegungsmelder sorgen. „Das Haus sollte wie bewohnt wirken“, empfiehlt Bergmann. Sehr empfehlenswert sei, sich mit Nachbarn abzusprechen, gegenseitig ein wachsames Auge auf das Nachbaranwesen zu werfen. Um das zu signalisieren, gebe es entsprechende Schilder.
Je nach individueller Lage sei zusätzlich der Einbau mechanischer Sicherungen ratsam, wie etwa Mehrfachverriegelungen an Türen, abschließbare Fenstergriffe, vergitterte Kellerfenster oder sogar Meldetechnik mit stillem Alarm.