Rinteln
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Mit Marschmusik zur Integration

Blaskapelle, Chor und Rockbands: In Prince Rupert School wird Flüchtlingen deutsche Kultur nähergebracht
Der Musikzug der Feuerwehr Möllenbeck bei seinem Konzert in der Prince Rupert School. jak
Der Musikzug der Feuerwehr Möllenbeck bei seinem Konzert in der Prince Rupert School. jak

Rinteln. Johann Hubrich hat noch viel vor: „Integration geht über Kultur“, erklärt er. Deutschkurse seien zwar das wichtigste Mittel, um Zutritt zur deutschen Gesellschaft zu bekommen, aber es gehöre eben noch viel mehr dazu. Einen Beitrag leistete am Donnerstag auch der Musikzug der Feuerwehr Möllenbeck, der kurzfristig bereit war, ein Konzert in der Aula der Flüchtlingsunterkunft in der Prince Rupert School zu geben.

Es dürfte für viele Flüchtlinge der erste Kontakt mit deutscher Blas- und Marschmusik gewesen sein. Rund 150 Menschen sahen sich das Konzert an, filmten mit dem Handy oder machten Selfies mit der Band im Hintergrund. Jetzt sucht Hubrich noch weitere Gruppen, die bereit wären, in der Unterkunft zu spielen.

Bereits seit einiger Zeit gibt es in der früheren Schule Filmabende, auf Englisch und Deutsch, die mittlerweile von den Flüchtlingen in Eigenregie organisiert werden, erklärt Hubrich. Für Ende April habe sich schon ein Posaunenchor angemeldet, und auch die Bigband des Ernestinums wolle ein Konzert geben. „Und am 5. März spielen die ,Nice Guys‘ ihren Altherrenrock, darauf freue ich mich besonders“, sagt Hubrich. „Wir wollen eine möglichst große Bandbreite bieten.“ Für Flüchtlinge wurde auch ein Besuch im Museum Eulenburg organisiert, wo Museumsdirektor Stefan Meyer auf Englisch durch die aktuelle Ausstellung führt. Denn Deutschland ist mehr als nur die deutsche Sprache, und wer an der Kultur teilhaben könne, lerne das Land auf ganz andere Art kennen.

„Wir bieten ihnen nicht nur Zerstreuung, sondern vermitteln unsere Kultur“, sagt Hubrich. Und besonders wichtig: Bei jeder Veranstaltung kämen Menschen in direkten Kontakt und aus „den Flüchtlingen“ oder „den Deutschen“ kristallisieren sich konkrete Menschen heraus. „Das baut Vorurteile ab.“

Hinweis: Kulturschaffende jeder Form, die bereit wären sich zu engagieren, können sich unter b.boehle@drk-schaumburg.de per E-Mail melden.

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