Obernkirchen

Richtig geheizt: 25 Tonnen CO2 eingespart
Obernkirchen (mld). Energiekosten sparen, sinnvoll heizen und die Umwelt schonen – die Stadt Obernkirchen hat im Jahr 2006 damit angefangen und das Hagenburger Unternehmen „Brauns Control“ damit beauftragt, im gesamten Gebäudekomplex der Grundschule am Kammweg intelligente Thermostatregler zu installieren. Die Ergebnisse, knapp drei Jahre später, hat Unternehmensinhaber Ingo Brauns jetzt dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt vorgestellt.
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Insgesamt 21 Prozent Energie wurden zwischen 2005, als „Brauns Control“ die erste Energiesparanalyse durchgeführt hat, und dem Jahr 2009 eingespart. Angestrebt waren laut Brauns 33 Prozent Einsparungen – doch die Grundschule hat in der Zeit auch viele Änderungen durchlaufen: In der Grundschule herrscht jetzt Ganztagsbetrieb, die Schüler bleiben also nicht mehr bis 12.30 Uhr, sondern durchschnittlich bis 14.30 Uhr, die Sporthalle wird in der Folge davon ebenfalls mehr genutzt, außerdem wurden neue Fenster eingebaut, die die Energiebilanz ebenfalls veränderten, und der Kindergarten wurde von der Schule abgekoppelt. Mit dem Wechsel des Gasanbieters habe die Stadt hier außerdem „vier bis fünf Prozent“ effizienteres Gas erhalten, erläuterte Brauns.

„Wenn man diese Änderungen außer Acht lässt, hat die Grundschule eigentlich die angestrebten 33 Prozent Energie einsparen können“, so Brauns.

Und das entspreche rund 6000 Euro pro Jahr – oder 25 Tonnen CO2 jährlich. 550 000 Kilowattstunden pro Jahr habe der Grundschulkomplex vor der Installation des intelligenten Thermostatsystems verbraucht – im Jahr 2009 sei dieser Verbrauch auf etwa 352 000 Kilowattstunden gesunken.

Brauns Control will mit seinem System nicht Energie über Dämmungsmaßnahmen einsparen, sondern durch das einfache Prinzip: Wird ein Raum nicht genutzt, muss er auch nicht beheizt werden.

In der Grundschule, der Turnhalle und der ehemaligen Hausmeisterwohnung, der heutigen Mensa, wurden Thermostate in jedem einzelnen Raum installiert. Welche Räume wie geheizt werden, gibt der Stundenplan vor – kurzfristige Änderungen bei der Raumnutzung wie Nachmittagsstunden, Elternsprechtage oder Zeugniskonferenzen mit eingeschlossen. In nicht genutzten Räumen, über Nacht oder auch an Wochenenden wird dann nur noch so geheizt, dass die Heizanlagen keine Schäden durch zu niedrige Temperaturen davontragen können.

Über Kontakte in den Fenstern merkt das System, wenn die Temperatur heruntergefahren werden muss, weil irgendwo ein Fenster offen steht – was laut Brauns häufig bei einem Wetter wie momentan passiere, wenn draußen die Sonne scheine, es aber noch zu kalt sei, um nicht zu heizen –, und passt die Temperatur zum Beispiel auch an Lage, Größe und Sonneneinstrahlung des Raums an.

Eine Übersicht über die Temperaturregelungen in den Gebäuden hat Dieter Dohmeier, der Hausmeister der Grundschule: Er kontrolliert per Laptop, wie welche Räume geheizt werden. Erscheint ein gelbes Signallicht für einen Raum, kann der Hausmeister den Wärmeverlust selbst ausgleichen – zum Beispiel, wenn ein Fenster offensteht –, erscheint ein rotes Licht, liegt ein größerer Wärmeverlust vor und das Unternehmen muss einschreiten.

Das System wurde neben der Grundschule am Kammweg auch im Schulzentrum am Ochsenbruch installiert sowie in zahlreichen anderen öffentlichen Einrichtungen im Landkreis.

Im Jahr 2006 wurde dieses System investiert, rund 57 000 Euro hat es nach Brauns’ Angaben gekostet, rund ein Drittel der Kosten seien auf lokale Handwerksleistungen zurückzuführen. Auf insgesamt zehn Jahre ist die Energiesparanalyse angelegt.
Artikel vom 09.03.2010 - 23.00 Uhr

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