Landkreis
Keine Schule – oder was? Schüler und Eltern irritiert Landkreis (la). Schüler und Eltern im Landkreis Schaumburg sind gestern Morgen irritiert gewesen. In einigen Radiosendern wurde um 6 Uhr früh gemeldet, dass der Unterricht wegen extremer Witterungsverhältnisse an allen allgemein- und berufsbildenden Schulen im Schaumburger Land ausfällt. Andere Radiosender wieder hatten diese Information offenbar aber nicht.
Rund 800 Internetnutzer – vor allem Eltern und Schüler – haben sich beim neuen Informationssystem des Landkreises angemeldet und sollen von dort automatisch eine E-Mail erhalten, wenn der Unterricht ausfällt. Auch auf der Internetseite sollte diese Nachricht eigentlich abrufbereit sein – doch das hat gestern nicht geklappt.
„Wir hatten ein technisches Problem, dem wir jetzt auf den Grund gehen müssen. Das System hat gestern gepatzt“, bedauerte der Pressesprecher des Landkreises Schaumburg, Klaus Heimann, auf Anfrage.
Bereits um 5.17 Uhr habe der Leiter des Schulamtes des Landkreises, Friedrich-Wilhelm Dehne, in Absprache mit der Leitstelle, der Polizei und der Straßenmeisterei, beschlossen, den Unterricht ausfallen zu lassen, da die Straßen eisglatt waren.
„Um 5.21 Uhr gingen die rund 800 E-Mails raus, aber fünf Minuten später erhielten wir die Nachricht, dass einige nicht verschickt wurden“, erklärte Heimann. Wie viele E-Mails ihre Empfänger erreicht haben, konnte der Landkreis nicht feststellen.
Hinzu kam, dass wer die E-Mail erhalten hatte, sich nicht sicher sein konnte, ob das wirklich eine offizielle Information war, denn tags zuvor war durch die Medien bekannt geworden, dass sich in Hildesheim vermutlich Schüler einen Scherz erlaubt und eine gefälschte E-Mail an die Verkehrsmanagement-Zentrale in Hannover geschickt hatten, die dann auch an die Rundfunksender weitergeleitet wurde und dafür sorgte, dass viele Schüler nicht zum Unterricht gingen.
Zur Kontrolle wollten sich Eltern und Schüler auf der Internetseite des Landkreises zusätzlich informieren. Doch dort erschien lediglich um 6.16 Uhr für zwei Minuten die Mitteilung über den Schulausfall. Um 6.18 Uhr war sie dann aus bislang ungeklärter Ursache wieder verschwunden. Erst um 7.20 Uhr – für Kinder, die mit dem Bus zur Schule fahren müssen, viel zu spät – stand die Nachricht dann wieder im Netz. „Eigentlich soll die Information bis 5.30 Uhr raus sein. Das heißt, dass bis dahin die E-Mails verschickt sind, die Nachricht auf der Internetseite steht und auch die Busunternehmen informiert sind“, sagte Heimann.
Bis 7.20 Uhr hatten die Schüler und Eltern aber bereits telefonisch Informationen untereinander ausgetauscht. Auch die Busunternehmen im Landkreis hatten sich direkt erkundigt und die Schülerbeförderung eingestellt. So waren zwar die meisten Schüler früh aufgestanden und zahlreiche auch zu ihrer Bushaltestelle gegangen und hatten dort lange gewartet, aber nur wenige trafen wirklich bei den Schulen ein, um erst dort zu erfahren, dass der Unterricht ausfällt.