Auetal
Decke im Kleinkaliberstand droht einzustürzen Rehren (la). Im Schützenhaus an der Obersburg flackert das Feuer im Ofen und versprüht Gemütlichkeit, doch der Schein trügt. Schon vor Beginn der Jahreshauptversammlung war am Freitag die Deckenheizung ausgefallen, und die Mitglieder mussten auf den kleineren Vorraum ausweichen und den Ofen anheizen.

Der Vorsitzende des Schützenvereins Rehren, Frank Treder, zeigt den Mitgliedern während der Jahresversammlung die nasse Wand und die vom Einsturz bedrohte Decke im Kleinkaliberstand. Foto: la
„Es gibt viel zu tun an unserem Schützenhaus“, sagte der Vorsitzende des Schützenvereins Rehren, Frank Treder. Heizungstechnisch müsse, auch aus Kostengründen etwas verändert werden. Außerdem plane man, den Schießstand zu beheizen, damit auch im Winter trainiert werden kann. „Die Nachtspeicheröfen müssen abgeschafft und günstigere Möglichkeiten gefunden werden“, so Treder.
Schließlich zeigte der Vorsitzende den 19 anwesenden Mitgliedern einen akuten Schwachpunkt des Schützenhauses, der vermutlich auch für den Heizungsausfall verantwortlich ist. Im Kleinkaliberstand ist Wasser in Decke und Wand eingedrungen. Die Feuchtigkeit zieht in die Verteilerkästen und die Decke droht einzustürzen. „Hier müssen wir sehr kurzfristig tätig werden“, so Treder. „Es ist schade, dass weder die Gemeinde noch der Landkreis unsere Sportstätten finanziell unterstützen. Dafür werden im Winter lieber die Radwege eisfrei gehalten.“
Die Kosten für die Sanierung des Schützenhauses muss der Verein aus Rücklagen bestreiten, denn die aktuellen Mitgliederbeiträge reichen nicht einmal für die laufenden Kosten. Das zeigte Treder den Mitgliedern eindrucksvoll auf. „Jemand hat mal errechnet, dass unser Verein mit weniger als 100 Mitgliedern nicht bestehen kann“, so Treder. Dem SV Rehren gehören derzeit 80 Mitglieder an, die zwischen 35 und 50 Euro Beitrag pro Jahr zahlen. „35 Mitglieder zahlen mit ihrem Beitrag die Stromrechnung, 24 die Abgaben an den Kreisverband, zwölf die Versicherung des Gebäudes gegen Sturm-, Wasser- und Einbruchschäden, fünf die normale Gebäudeversicherung, zwei die Wasserkosten und zwei die Unkosten für Kränze und Blumen für unsere Mitglieder“, erklärte Treder. Damit seien die Mitgliedsbeiträge bereits aufgebraucht. „Dann haben wir aber noch keine neuen Waffen oder anderes gekauft, keine Reparaturen vorgenommen und keine Wettkampfgebühren bezahlt“, so Treder weiter.
Trotz der geringen Mitgliederzahl lebe der SV Rehren aber noch. „Wir haben sehr sparsam gewirtschaftet“, erläuterte Treder. Außerdem werde der Großkaliberstand an Gastvereine vermietet, der Mitgliederbestand sei saniert worden, um unnötige Kreisabgaben zu verhindern, Außenstände von Mitgliedern habe man eingetrieben und Übungsleiterzuschüsse abgerufen.
Beim Sommerbiathlon hat der Schützenverein die Bewirtung der über 100 Teilnehmer und der Zuschauer übernommen und so einen Betrag erwirtschaftet und bei vereinsinternen Veranstaltungen hätten die Mitglieder ihre Zeche immer selbst gezahlt. „Wir sind sparsam geworden und das hat sich gelohnt“, sagte Treder, der die Zukunft des Schützenvereins positiv sieht.
„Wir haben neue, vor allem auch junge Mitglieder, für unseren Verein gewonnen. Die aktive Gruppe, bestehend aus 15 bis 20 Schützen, ist eine starke und harmonische Gemeinschaft und die Streitereien sind Vergangenheit. Es geht nur noch aufwärts“, versprühte Treder Zuversicht.
Einen Wermutstropfen hatte Treder dann aber doch noch zu vergießen. „Der Landkreis wittert Geld“, so Treder. In Zukunft würden Sachverständige des Landeskreises die Standabnahmen durchführen. „Das kostet dann 50 bis 60 Euro pro Stunde, plus Fahrtkosten, Bürokosten und, und, und …“, erklärte Treder. Da seien dann schnell mal 300 bis 400 Euro zu bezahlen. „Da sind wir der Willkür der Bürokratie ausgesetzt, ähnlich wie bei der Waffelnlagerung“, so Treder. Derzeit habe man für das unbewohnte Schützenhaus eine Ausnahmegenehmigung bekommen, aber wie lange das noch so geht, sei ungewiss.